Gewaltspirale

Häusliche Gewalt nimmt die Form einer Spirale an, man spricht auch vom «Rad der Gewalt». In den meisten Fällen fallen die Gewaltepisoden immer näher zusammen und die Aggressionen werden immer schlimmer. Wird nichts unternommen, kann diese Eskalation zu lebensbedrohlichen Verletzungen, irreversiblen Schäden oder sogar zur Tötung des Opfers führen.

Spannungsaufbau

Die Kommunikation bricht ab, die gewaltausübende Person tut sich schwer damit, ihre Gefühle und Missstimmung auszudrücken, ihre Unzufriedenheit kumuliert sich, sie will alles unter Kontrolle haben und weigert sich zu verhandeln, das Opfer nimmt erste Anzeichen von Gewalt wahr und bekommt Angst. 

Gewaltausbruch

Es kommt zur Gewalteskalation, die gewaltausübende Person lässt die angestauten Gefühle frei heraus. Das Opfer fühlt sich gefangen, verängstigt und machtlos, es tendiert dazu, den Forderungen der gewaltausübenden Person nachzugeben.

Versöhnung

Die gewaltausübende Person entschuldigt sich, verspricht, dass so etwas nie wieder vorkommen wird, macht alles, damit ihr vergeben wird. Das Opfer beginnt wieder zu hoffen und nimmt die Entschuldigungen an.

Die gewaltausübende Person redet ihre Handlungen schön, rechtfertigt sich, bringt äussere Ursachen (Stress usw.) vor oder schiebt die Schuld dem Opfer zu. Das Opfer beginnt an sich zu zweifeln oder sich schuldig zu fühlen und denkt, dass es sich ändern muss.

Latenzphase

Die Krise ist vergessen, das gewalttätige Verhalten kommt zum Stillstand. Man spricht auch von der «Honeymoon-Phase». Wird nichts unternommen, so wird diese Phase aber nicht lange anhalten und der Zyklus beginnt von Neuem.